Beziehungsmuster in Pflegefamilien

Beziehungskiste Pflegefamilie

Ene mene miste, es rappelt in der Kiste

Beziehungen, insbesondere in Pflegefamilien, entstehen durch mehr als durch die Summe der Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder untereinander. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die das Miteinander beeinflussen und wie bei einem Eisberg ist nur ein Bruchteil davon sichtbar.

Hierarchien

Das Besondere an den Hierarchien in Pflegefamilien ist, dass diese sich in Vielerlei Hinsichten umkehren können (z.B. kann das älteste Kind aus der Herkunftsfamilie das jüngste Kind in der Pflegefamilie sein). Wie in einem Wolfsrudel können dann diese „Rangunsicherheiten“ in Form von Konflikten immer wieder nach Klärung verlangen.

Familiengeschichten

In Pflegefamilien wird die individuelle Geschichte der Familie um eine weitere Chronik erweitert. Dies kann eigene Familienmuster gründlich in Bewegung und teilweise auch in Aufruhr bringen. Die Pflegefamilie ist häufig von unterschiedlichen Wertvorstellungen und Menschenbildern geprägt, da Pflegekinder nicht selten in sozialen Brennpunkten geboren wurden. Und so bietet die Pflegefamilie zwar einen Schutz der Kinder vor Verwahrlosung und ggf. Gewalt, ist jedoch auch mit einer Art „Kulturschock“ für alle Beteiligten verbunden.

Loyalitätskonflikte

Pflegekinder befinden sich meist in der Position, unterschiedlichen und oft widersprüchlichen Familienaufträgen gerecht werden zu müssen. Dieses Dilemma verschärft sich insbesondere dann, wenn diese Aufträge unklar sind oder sie aufgrund von Kontaktabbrüchen nicht überprüft werden können. Permanent widersprüchlichen Anforderungen oder Botschaften ausgesetzt zu sein bedeutet eine hohe Belastung und führt häufig zu „Übersprungsreaktionen“.

Projektionen

Insbesondere bei Traumatisierungen werden bisherige Beziehungserfahrungen auf nahestehende Personen projiziert. Dabei ist häufig zu beobachten,dass auf Menschen projiziert wird, die als sicher erlebt werden. Die besondere Herausforderung bei derartigen Projektionen ist der schmale Grad zwischen dem „triggern“ von traumatischen Erfahrungen und der Möglichkeit neuer Beziehungserfahrungen.

Mittendrin

Als Pflegeeltern steht man immer wieder vor der Aufgabe, mitten aus dem Labyrinth der Beziehungsgeflechte heraus, die Richtung zu weisen. - Und dies am besten mit der Sicherheit eines Navigationssystems.
 

Die Angebote für Pflegefamilien von Sonja Eiden sollen Möglichkeiten anbieten, im Gewirr des Alltags den Blick auf das „große Ganze“ nicht zu verlieren und ein sicheres Navigieren unterstützen, auf der oftmals stürmischen See des Alltags einer Pflegefamilie.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok